Klima

Klimabilanz für Juni 2026: Trotz Rekord-Hitzewelle nicht der wärmste Juni der Messgeschichte

Vorläufige Junibilanz der GeoSphere Austria: Vierzehn Tage lang Hitze, Temperaturen bis 40 Grad, Juni-Rekordwerte an 157 von 277 Messstationen dann vom Westen her teils schwere Unwetter, die über Österreich hinwegzogen. Vor allem die zweite Hälfte des Monats wird wohl lange in Erinnerung bleiben. Doch die erste Hälfte sorgte dafür, dass der Juni 2026 „nur“ der viertwärmste der Messgeschichte wurde.

„In der zweiten Monatshälfte erlebte Österreich eine der extremsten Hitzewellen in der Messgeschichte des Landes. Vergleichbare Hitzewellen gab es davor nur in den Monaten Juli oder August, für einen Juni wurden allerdings neue Maßstäbe gesetzt“, bilanziert Klimatologe Alexander Orlik von der GeoSphere Austria. „Vor der Hitzewelle lagen aber die Temperaturen, zumindest im Vergleich mit der Klimaperiode 1991-2020, nahe am Klimamittel, vom 10. bis zum 12. Juni sogar deutlich darunter. Dadurch entwickelte sich der Juni 2026, trotz der extrem hohen Temperaturen, nicht zum wärmsten Juni der Messgeschichte Österreichs.“

Extreme Temperaturunterschiede

Nur einen Tag, bevor am 17. Juni die Hitzewelle im Westen Österreichs zu rollen begann und in Bregenz der erste „30er“ gemessen wurde, erwachten die Bewohner:innen in Zwettl im Waldviertel auf 502 Meter Seehöhe bei 3,1 Grad. Der absolute Tiefstwert im Juni wurde am Brunnenkogel in Tirol (3437 Meter) registriert: minus 10,1 Grad am 11. Juni. Bis zum Ende des Monats kletterten die Werte im Flachland auf 40,1 Grad.

Kartengrafik

Temperatur im Juni 2026: Abweichung der Temperatur vom Mittel im Vergleich zum Mittel 1991-2020 (-> volle Auflösung). Auswertung mit SPARTACUS-Daten bis inkl. 30.06.2026. © GeoSphere Austria.

Temperatur im Juni 2026: Abweichung der Temperatur vom Mittel im Vergleich zum Mittel 1991-2020 (-> volle Auflösung). Auswertung mit SPARTACUS-Daten bis inkl. 30.06.2026. © GeoSphere Austria.

Trockenheit vor allem im Osten verschärft

In der ersten zwei Juniwochen fiel im gesamten Bundesgebiet immer wieder Regen, im Hochgebirge auch noch Schnee. In dieser Phase summierte sich vor allem in Osttirol, Kärnten, im Lungau und in der westlichen Obersteiermark viel Niederschlag. Ab der Monatsmitte setzte sich aber immer mehr sonniges Hochdruckwetter durch. Mit der einsetzenden Hitzewelle gab es nur noch vereinzelt Schauer und Gewitter, die aber teilweise sehr heftig waren. Zum Beispiel fiel am 20. Juni in Bruck an der Mur (ST) binnen zwei Stunden eine Regenmenge von 97 Millimeter und in Puchberg am Schneeberg innenhalb von zweieinhalb Stunden 93 Millimeter. Allgemein blieb es aber vom 15. bis 27. Juni weitgehend niederschlagsfrei. Mit der starken Sonneneinstrahlung und der relativ niedrigen Luftfeuchtigkeit war die Verdunstung demensprechend hoch. In der heißen und niederschlagsarmen zweiten Junihälfte verschärfte sich die schon seit Dezember 2025 anhaltende Trockenheit drastisch. Davon besonders stark betroffen sind Niederösterreich, Wien und das Nordburgenland. Aber auch von Vorarlberg bis Oberösterreich fiel im Juni nicht ausreichend Niederschlag, um die obersten Bodenschichten mit ausreichend Feuchtigkeit zu versorgen.

Kartengrafik

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Niederschlag im Juni 2026: Abweichung des Niederschlags vom Mittel im Vergleich zum Mittel 1991-2020. Auswertung mit SPARTACUS-Daten bis inkl. 30.06.2026. © GeoSphere Austria.

Phänologische Entwicklung

Nach derzeitigem Stand trat die mittlere Pflückreife der Süßkirschen in Österreich deutlich früher ein als im Mittel der Jahre 1991 bis 2020. Vor allem die warme Witterung Ende Mai dürfte die Reifung der Kirschen beschleunigt haben. Der Blühbeginn der Weinrebe liegt hingegen recht nah am Durchschnitt 1991 bis 2020 mit einem um einen Tag verspäteten Blühbeginn. Der Blühbeginn der Winterlinde und die Pflückreife der Ribisel kündigten vielerorts den Beginn des phänologischen Hochsommers an.