Katastrophenschutz

Erdbeben im Juli 2026

Im Juli wurden in Österreich sechs Erdbeben von der Bevölkerung wahrgenommen. Die Epizentren lagen in Niederösterreich, Oberösterreich, Vorarlberg und Tirol.

Bei Kleinzell im Mühlkreis, Oberösterreich (48,45°N, 14,01°O) lag das Epizentrum eines schwachen Erdbebens der Magnitude 0,7 am 8. Juli um 00:35 Uhr MESZ. Es wurde im Epizentrum von wenigen Personen schwach wahrgenommen, Personen sind aufgewacht und ein Grollen war zu hören. Die Intensität erreichte 3 Grad auf der 12-stufigen Europäischen Makroseismischen Skala (EMS-98).

Am 20. Juli ereignete sich um 23:15 Uhr MESZ ein leichtes Erdbeben der Magnitude 1,0 etwa 5 km südsüdöstlich von Hatting (Sellrain), Tirol (47,24°N, 11,20°O). Es wurde in Hatting vereinzelt schwach verspürt, ein Donnern und leichtes Zittern wurden wahrgenommen. Die Intensität betrug 2 bis 3 Grad auf der EMS-98.

Ein starkes Erdbeben mit einer Magnitude von 4,4 erschütterte am 24. Juli in der Nacht um 01:59 Uhr MESZ weite Teile Ostösterreichs. Das Epizentrum lag knapp einen Kilometer südlich des Kurortes Semmering, Niederösterreich (47,64°N, 15,82°O), der relativ seichte Bebenherd wird mit einer Tiefe von sechs Kilometern angegeben. Aufgrund der niedrigen Herdtiefe waren die heftigen Erschütterungen, die von lauten Bebengeräuschen (Grollen) begleitet waren, in der Umgebung des Epizentrums für einige Personen beängstigend. Viele Personen schreckten aus dem Schlaf hoch. Es wurden zahlreiche Gegenstände verschoben oder sind umgefallen, es fielen Bücher und Gegenstände aus den Regalen, Lampen pendelten stark. Dem Österreichischen Erdbebendienst wurden leichte Schäden an Gebäuden gemeldet, dabei handelt es sich vor allem um Risse im Verputz an Innen- und Außenwänden, teils fielen kleine Verputzteile herab. Es sind bisher knapp 900 Meldungen über das online-Formular und über die App „QuakeWatch Austria“ beim Erdbebendienst aus den Bundesländern Niederösterreich, Steiermark, Burgenland, Wien und Oberösterreich eingegangen. Bei einem ähnlichen Erdbeben vor 2 Jahren (am 1. Februar 2024, Magnitude 4,5) wurden von der Bevölkerung rund 3.400 Meldungen abgesetzt, bei dem Erdbeben am 30.3.2021 bei Neunkirchen (mit Magnitude 4,6) waren es mehr als 10.000 Meldungen. Das Beben vom 24. Juli wurde bis in die angrenzenden Nachbarländer Ungarn, Slowakei, Tschechien und Slowenien verspürt. Die vorläufig bestimmte Epizentralintensität erreichte mindestens 5-6 Grad (EMS-98). Da die Datenerhebung noch nicht vollständig abgeschlossen ist, möchten wir darauf hinweisen, dass sich dieser Wert noch ändern kann. Es fanden nur wenige und schwache Nachbeben statt. Einzig das Nachbeben am 24. Juli um 06:16 Uhr mit einer Magnitude von 2,0 wurde von der Bevölkerung mit einer Intensität von 3 Grad (EMS-98) wahrgenommen.  

Ein deutlich spürbares Erdbeben wurde am 24. Juli um 18:33 Uhr bei Frastanz, Vorarlberg (47,21°N, 9,63°O) von zahlreichen Personen wahrgenommen. Bei einer Magnitude von 2,6 waren die Erschütterungen zum Teil erschreckend, Gebäude rüttelten und Gegenstände bewegten sich schwach bis deutlich. Die Intensität erreichte 4 Grad auf der EMS-98.

Etwa 4 km Ostnordost von Krems an der Donau, Niederösterreich (48,43°N, 15,65°O) lag das Epizentrum eines leichten Erdbebens der Magnitude 1,8 am 30. Juli um 19:09 Uhr MESZ. Es wurde im Epizentrum vereinzelt schwach verspürt und ein Grollen wurde wahrgenommen. Die Intensität erreichte 3 Grad auf der EMS-98.

Kartengrafik

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Epizentren und Intensitäten der im Juli 2026 in Österreich verspürten Erdbeben. © GeoSphere Austria.

Intensitätsskala EMS-98

Auszug aus der Kurzform der 12-stufigen Europäischen Makroseismischen Skala 1998, basierend auf Mercalli-Sieberg.

  • 2 Grad – Kaum fühlbar: Erschütterungen werden nur in einzelnen Fällen von Personen in völliger Ruhe in Gebäuden wahrgenommen.
  • 3 Grad – Schwach fühlbar: Von wenigen Personen in Gebäuden wahrgenommen. Ruhende Personen empfinden ein leichtes Schaukeln oder Rütteln.
  • 4 Grad – Deutlich fühlbar: In Gebäuden von vielen Personen und im Freien vereinzelt wahrgenommen. Einige Schlafende erwachen. Geschirr und Fenster klirren, Türen rütteln.
  • 5 Grad – Stark fühlbar: In Gebäuden von den meisten Personen, im Freien von einigen wahrgenommen. Viele Schlafende erwachen. Einige Personen erschrecken. Gebäude werden insgesamt erschüttert. Hängende Gegenstände pendeln stark. Kleine Objekte werden verschoben. Türen und Fenster schlagen auf und zu. An wenigen, vor allem schadensanfälligen Gebäuden treten Haarrisse auf.
  • 6 Grad – Leichte Gebäudeschäden: Viele Menschen erschrecken und flüchten ins Freie. Gegenstände fallen um, Geschirr und Gläser können zerbrechen. An vielen Häusern entstehen geringe Schäden, wie Risse im Verputz, in einigen Fällen treten auch tiefe Mauerrisse auf.

Weltweite starke Erdbeben

Datum

Weltzeit

M

Epizentrum

Kommentar

11. Juli 2026

10:26

6,4

Region südliche Sandwich Inseln; 55,54°S  28,91°W

Unbewohnte Meeresregion

13. Juli 2026

08:53

6,4

Papua Neu Guinea, 191 km vor der Küste; 3,22°S  148,52°O

 

13. Juli 2026

14:45

6,3

Region Loyalty Inseln; 22,79°S  171,55°O

 

14. Juli 2026

15:49

6,2

Philippinen, vor Küste von Mindanao; 5,32°N  125,18°O

 

17. Juli 2026

14:48

7,3

Mexiko, Puerto Madero, 52 km vor Küste; 14,64°N  92,90°W

Dutzende Verletzte in Mexiko und Guatemala, hunderte Gebäude beschädigt

17. Juli 2026

15:02

6,4

Mexiko, Puerto Madero, 86 km vor Küste; 14,31°N  93,10°W

Nachbeben 32 Minuten später

19. Juli 2026

02:24

5,5

Peru, 4 km SSW von Chupaca; 12,10°S  75,30°W

Sechs Todesopfer, Hunderte Menschen wurden obdachlos

28. Juli 2026

07:27

6,8

Japan, Kumamoto; 32,68°N 130,72°O

Bisher 34 Todesopfer bestätigt, Suche nach Verschütteten geht weiter, viele zerstörte Häuser, Wasser und Strom weiträumig ausgefallen.

Weltzeit: Greenwich Mean Time = GMT bzw. UTC Die Daten für weltweite Erdbeben stammen von USGS oder EMSC M: Magnitude (logarithmische Energieskala) Angaben ohne Gewähr

Österreichischer Erdbebendienst - GeoSphere Austria Hohe Warte 38, A-1190 Wien Tel. +43 1 36026 2508 E-Mail: seismo@geosphere.at