Weltraumwissenschaftler Christian Möstl erhielt als erster Österreicher die bedeutende „Kristian Birkeland Medal“
Hohe Auszeichnung für Christian Möstl, Weltraumwissenschaftler, Astrophysiker und sowohl Gründer als auch Leiter des Austrian Space Weather Office (ASWO) von GeoSphere Austria: Der gebürtige Steirer hat als erster Österreicher die international renommierte „Kristian Birkeland Medal“ der European Space Weather and Space Climate Association (E-SWAN) erhalten.
Die Wahl fiel auf Christian Möstl, weil er und sein Team neue Methoden entwickelt haben, die die Grundlagenforschung mit angewandter Forschung im Weltraumwetter-Bereich verbindet. „Und genau das ist unser Ziel am Austrian Space Weather Office (ASWO) – wir machen Echtzeit-Vorhersagen, aber versuchen zu verstehen, was es genau in der Forschung braucht um diese Vorhersagen verbessern können“, erklärt Möstl. „Diese Ergebnisse verwenden wir dann insbesondere für die neuen Weltraumwetter-Missionen, die die ESA plant, um etwa Sonnenstürme von der Sonne bis zur Erde verfolgen zu können und um die Vorwarnzeit von Weltraumwettervorhersagen auf mehrere Stunden zu verlängern.“
Das Austrian Space Weather Office von GeoSphere Austria gilt weltweit als führend in der Erforschung von Methoden, die künftig eine deutlich frühere und zugleich ausreichend präzise Prognose von Sonnenstürmen ermöglichen. Dazu braucht es Raumsonden auf speziellen Orbits um die Sonne, die immer wieder um einiges näher an die Sonne herankommen als dies zur Zeit möglich ist. Möstl: „Wir sind international ganz vorne dabei, wie man Sonnenstürme automatisch mit KI-Methoden detektiert und sie von der Sonne bis zur Erde mit Raumsonden-Bildern verfolgt, um damit die Ankunftszeit besser vorhersagen zu können.“
„Herzliche Gratulation an Christian Möstl und sein Team. Die Verleihung der Kristian Birkeland-Medaille ist eine hochverdiente internationale Auszeichnung und ein großartiger Erfolg“, freut sich Andreas Schaffhauser, wissenschaftlicher Generaldirektor GeoSphere Austria. Diese Ehrung würdige nicht nur die „herausragenden wissenschaftlichen Leistungen“ Möstls, sondern auch „die erfolgreiche Arbeit des gesamten Teams des Austrian Space Weather Office, insbesondere an der Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung und operationellen Anwendungen“, betonte Schaffhauser. „Die Auszeichnung bestätigt zugleich eindrucksvoll die strategische und fachliche Ausrichtung, die wir mit der Gründung des ASWO verfolgt haben, und bestärkt uns in den geplanten weiteren Entwicklungsschritten.“
Christian Möstl, der 2009 an der Universität Graz promovierte, hat im Jahr 2022 das Austrian Space Weather Office gegründet. Der Verfasser von 140 wissenschaftlichen Publikationen ist zudem seit 2020 Arbeitsgruppenleiter bei der ESA Solar Orbiter Mission, wurde 2026 ins WMO Expert Team for Space Weather berufen und vertritt Österreich bei einem Space Weather Programm (ISWI) der UNOOSA (Büro der Vereinten Nationen für Weltraumfragen). Der Grazer Forscher ist nicht nur um ein besseres Verständnis der Entstehung und Ausbreitung von Sonnenstürmen von der Sonne bis zur Erde mit der gesamten Raumsonden-Flotte von ESA, NASA und JAXA bemüht. Auch verbesserte Echtzeit-Vorhersagen des Weltraumwetters sowie das Design zukünftiger Weltraumwetter-Missionen sind Möstl ein großes Anliegen.
Kristian Olaf Bernhard Birkeland (1867 bis 1917) war ein norwegischer Physiker, der das Polarlicht intensiv erforschte. Birkeland, dessen Konterfei auf der 200-Kronen-Banknote abgebildet war und nach dem ein Mondkrater sowie ein Asteroid benannt sind, war insgesamt sieben Mal für den Nobelpreis vorgeschlagen worden, ohne ihn jemals zu erhalten. Die Medaille wird seit 2013 vergeben.
