Der Oktober verlängerte die enorme Trockenheit
Oktoberbilanz der GeoSphere Austria: Im Westen, Norden und Osten Österreichs verlief der Oktober deutlich wärmer als südlich des Alpenhauptkammes. Es gab insgesamt sieben Sommertage, also Tage, an denen die Temperatur 25 Grad erreichte bzw. überstieg – im langjährigen Mittel sind es drei. Auch im Oktober hat es in Österreich viel zu wenig geregnet – im bundesweiten Flächenmittel wurde ein Niederschlagsdefizit von 40 Prozent berechnet.
Der Oktober 2026 startete überdurchschnittlich warm. „Gemittelt über den gesamten Monat war er um 1,0 Grad wärmer als das Klimamittel 1991 bis 2020. Der heurige Oktober war somit der 27.-wärmste in der mittlerweile 260-jährigen Temperaturzeitreihe“, bilanziert GeoSphere Austria-Klimatologe Alexander Orlik. „Dass im Oktober noch Sommertage auftreten ist nicht ungewöhnlich, im Durchschnitt sind es drei Tage, an denen in Österreich eine Temperatur von 25 Grad erreicht oder überschritten wird. Im Oktober 2026 waren es sieben Tage.“ Die höchste Temperatur wurde am 1. Oktober in Wieselburg (NÖ, 259m) gemessen: 27,8 Grad. Der kälteste bewohnte Ort des Landes war Liebenau (OÖ, 846m), wo die GeoSphere Austria-Messstation am 23. Oktober minus acht Grad registrierte.
Auch im Oktober war es in Österreich viel zu trocken. Das Niederschlagsdefizit betrug im Gesamtmittel 40 Prozent. Seit Jahresbeginn fehlt rund ein Drittel des Niederschlags. „Das entspricht in absoluten Zahlen einem Minus von 320 Millimeter oder Liter pro Quadratmeter seit 1. Jänner“, erklärt Orlik. „Sollte es bis zum Jahresende bei einem Defizit von einem Dittel bleiben, dann würde das Jahr 2026 das trockenste Jahr in der Messgeschichte werden.“ In Unterkärnten, in der Steiermark südlich der Enns, im Burgenland, in Wien und in der Osthälfte Niederösterreichs fiel im Oktober um 50 bis 70 Prozent weniger Regen. Die größten Abweichungen (70 bis 85 Prozent) zum Klimamittel traten in einem breiten Streifen von der Koralpe bis in das südliche Wiener Becken auf. Am wenigsten Regen fiel in Retz (NÖ). Die dortigen neun Millimeter bedeuten ein Niederschlagsdefizit von 74 Prozent. Dieses betrug am Schöckl bei Graz, wo zehn Millimeter Regen fielen, gar 87 Prozent.
Der Oktober verlief sehr sonnig. Im Flächenmittel schien die Sonne 137 Stunden und damit um 21 Stunden länger als das Klimamittel des Vergleichszeitraumes 1991 bis 2020. Deutlich sonniger war es zuletzt im Oktober 2021. Vom Innviertel bis ins Weinviertel sowie im Burgenland und in Teilen der Oststeiermark schien die Sonne um 25 bis 50 Prozent häufiger. Im Waldviertel und in Teilen des Weinviertels gab es im Vergleich zu einem durchschnittlichen Oktober sogar um 50 bis 70 Prozent mehr Sonnenschein.



