Meteorologie

30 Jahre EUMETNET: „Stärken gemeinsam die Resilienz gegenüber Extremwetterereignissen“

Was 1996 als freiwilliges Netzwerk begann, ist heute eine innovative und dynamische Partnerschaft bestehend aus 33 nationalen Wetterdiensten. GeoSphere Austria ist nicht nur Gründungsmitglied von EUMETNET, sondern auch zentral in dessen Programmen vertreten. Etwa mit dem Betrieb des europäischen Wetterwarnsystems MeteoAlarm und der Leitung des Klimaprogrammes.

Die Zusammenarbeit zwischen den nationalen Wetterdiensten in Europa stärken – das war die Grundintention, als man 1996 die informelle Konferenz der Europäischen Meteorologischen Dienste gründete. Dieser – im Vergleich zu heute – lose und freiwillige Zusammenschluss mauserte sich rasch zur Erfolgsgeschichte: Als Zeichen des gegenseitigen Vertrauens sowie des langfristigen Engagements wurde die informelle Konferenz 2009 als wirtschaftlicher Interessenverband in eine rechtliche Körperschaft überführt. Im Jubiläumsjahr 2026 zieht Andreas Schaffhauser, wissenschaftlicher Generaldirektor GeoSphere Austria, eine überaus positive Zwischenbilanz: „Seit 30 Jahren verbessern wir durch die intensive europäische Zusammenarbeit die Genauigkeit von Wettervorhersagen und Klimabeobachtungen. Durch den Austausch von Wissen, Daten und Expertise schaffen wir Synergien und stärken gemeinsam die Resilienz gegenüber Extremwetterereignissen und den Folgen des Klimawandels.“

Erste Schritte und rasche Ausweitung

Der Fokus von EUMETNET lag zu Beginn auf reiner Koordination. Man konzentrierte sich darauf, Beobachtungslücken in datenarmen und abgelegenen Gebieten wie dem Nordatlantik und der Arktis zu schließen – etwa durch Radiosondenaufstiege von Schiffen und durch Flugzeugmessungen. Parallel dazu begann der Austausch von Beobachtungsdaten von Bodenstationen und Radarsystemen, um deren Qualität und Verfügbarkeit zu verbessern. Dies führte schließlich zur Einrichtung des sogenannten „EUMETNET Composite Observing System“, einem Meilenstein der Zusammenarbeit der europäischen Wetterdienste. Rasch zeigte sich, dass eine Zusammenarbeit auf europäischer Ebene eine verbesserte Beobachtungsabdeckung, qualitativ hochwertigere Daten, europaweite Produkte auf Basis nationaler Daten und letztlich genauere Wettervorhersagen bei geringeren Kosten ermöglichte.

Aufbauend auf diesem Erfolg wurden weitere Beobachtungskapazitäten ergänzt, darunter marine Oberflächenbeobachtungen und Messungen atmosphärischer Bedingungen in verschiedenen Höhen (Wind, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Aerosole, Pollen). Gleichzeitig wurde die Zusammenarbeit auf Wettervorhersage, Klimadienstleistungen, Luftfahrtmeteorologie, Aus- und Weiterbildung, Datenpolitik und -verfügbarkeit sowie die gemeinsame Interessensvertretung ausgeweitet.

Expertise aus Österreich

Im Bereich der Vorhersage gehört MeteoAlarm zu den sichtbarsten Erfolgen von EUMETNET. „Dabei handelt es sich um ein System zur Verbreitung von Frühwarnungen, das Wetterwarnungen der nationalen meteorologischen Dienste in ganz Europa bündelt, grenzüberschreitend harmonisiert, visualisiert und ausgibt“, erklärt Elke Ludewig, Direktorin Meteorologie und Regionalstellen. Der Betrieb von MeteoAlarm ist traditionell in österreichischer Hand – und nicht nur das: „GeoSphere Austria ist darüber hinaus, gemeinsam mit Ungarn, mit der Leitung des Klimaprogrammes betraut. Zudem arbeiten wir am Europäischen Wetterradar-Verbund OPERA mit“, ergänzt Gerhard Wotawa, Direktor Klima und Umwelt. „Für GeoSphere Austria liefert die Kooperation im europäischen Umfeld einen klaren Mehrwert. Man muss nicht alles allein entwickeln und profitiert von einer gemeinsamen Nutzung von Infrastrukturen“, betonen Ludewig und Wotawa.

Fazit nach den ersten 30 Jahren EUMETNET: Die Anforderungen an die nationalen meteorologischen Dienste entwickeln sich stetig weiter, und eine nachhaltige Zusammenarbeit bleibt entscheidend, um den Herausforderungen wirksam zu begegnen. Aufbauend auf drei Jahrzehnten gemeinsamer Erfahrung wird EUMETNET seine Mitglieder weiterhin unterstützen, indem es die Zusammenarbeit fördert, Innovationen vorantreibt und die europäische meteorologische Gemeinschaft stärkt – damit die nationalen meteorologischen Dienste auch in Zukunft gut gerüstet sind, hochwertige und verlässliche Informationen zum Nutzen der Gesellschaft bereitzustellen.

Dieser Text entstand in Kooperation mit EUMETNET.